Was sind Ölmazerate?
Ein Ölmazerat aus fetten Pflanzenölen beinhaltet
- die Wirkstoffe der fetten Pflanzenöle und
- die fettlöslichen Wirkstoffe vor allem Flavonoide = Pflanzenfarbstoffe z. B. Caritonoide, ätherische Öle, Geschmackstoffe und Phytosterole (entzündungshemmend, feuchtigkeitsspendend) der in dem Öl eingelegten Pflanze.
Die Ölauszüge = Mazerate können durch einen Kaltauszug oder Warmauszug gewonnen werden.
Beim Kaltauszug wird das frische oder getrocknete Pflanzenmaterial in kaltem, fettem Pflanzenöl bei Zimmertemperatur angesetzt. Es wird nicht in die Sonne gestellt. Dieses traditionelle „alte“ Wissen ist nicht mehr aktuell und überholt. Neue Erkenntnisse zeigen, dass es für eine sehr gute Qualität von z. B. wassergekühlten (kontrolliert bei ca. 30°), kalt gepressten Pflanzenölen große Temperaturschwankungen nicht gut sind und diese Qualitätseinbußen bringen. Es ist leicht und einfach nachzuvollziehen, dass die Temperaturschwankungen draußen von früh morgens bis nachts (Temperaturen können in der Mittagssonne im Sommer bis auf ca. 55 ° C steigen und nachts bis auf unter ca. 15° C sinken) den kalt gepressten, fetten Ölen schaden. Deshalb sollen die Ölmazerate bei Zimmertemperatur hergestellt werden. Wer Sonnenenergie darin möchte, stellt sie früh morgens bei ca. bei 20° C für ca. eine Stunde in die Sonne, danach wieder ins Zimmer ebenfalls bei ca. 20°C.
Bei einem Warmauszug ist innerhalb von ca. 3 Stunden ein Ölmazerat hergestellt z. B. in einem im Topf auf dem Herd oder einem Babyflaschenwärmer. Die Temperatur liegt hier oft zwischen 50 – 60°C.
Ich persönlich stelle Ölmazerate immer im Kaltauszugverfahren her, lasse sie aber auch morgens für 1 -1½ Stunden (je nach Temperatur) von den Sonnenstrahlen durchlichten. Für mich ist es die allerbeste Methode und die schonendste Vorgehensweise eine gute Qualität der Mazerate zu erhalten.
Wie stelle ich ein Rosmarinölmazerat her?
Der Rosmarin – Salvia rosmarinus früher Rosmarinus officinalis ist eine Sommer-Sonnenpflanze. Die Blüten öffnen sich im März-Mai und leuchten hell- violettblau. Er zählt zu den bekanntesten Aroma-Heilpflanzen. Die Pflanze speichert ätherische Öle in Hülle und Fülle und somit auch die Sonnenenergie. Auch in der Aromaküche wird sie genutzt.
Die Inhaltsstoffe der ätherischen Öle prägen sogenannte Chemotypen (CT). Die zwei bekanntesten Chemotypen sind z. B. Rosmarin CT 1,8 cineol / Salvia rosmarinus CT 1,8 Cineol Oxide, eukalyptusartiger Geruch und Rosmarin CT verbenon / Salvia rosmarinus CT verbenon (mit klassischem Rosmaringeruch). Zudem befinden sich Flavonoide und Gerbstoffe im Kraut. Die Wirkweisen des Mazerates sind z. B. entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und hautpflegend. Wer mehr zu der den Signatur der Pflanze und und den ätherischen Ölen wissen möchte, findet eine sehr ausfürhrliche Beschreibungin meinem Buch: Heilen mit ätherischen Ölen
Pflanzenteile (Blüten, Blätter und/oder Kraut) bei trockenem Wetter am besten am späten vormittag, da die Ausbeute der ätherischen Öle zu dieser Zeit am höchsten ist. Es wird nur bestes Pflanzenmaterial verwendet d. h. es wird gesäubert (kein Ungeziefer, kein Schmutz), dann etwas antrocknen lassen.
Und so wirds gemacht
Den Rosmarinzweiglein ganz klein schneiden und in ein Glas füllen (mindestens 1/3 des Glases mit Pflanzenmaterial befüllen). Es kann auch getrockneter Rosmarin verwendet werden. Ich benutze meist Weckgläser mit Glasdeckel.
Mit fettem Pflanzenöl z. B. Jojobaöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Mandelöl, Sesamöl – je nachdem, für was ich das Mazerat verwenden möchte- aufgießen.
Verbrauche ich es als gutes Körperpflegeöl, setze ich den Ölauszug mit Mandel- und Jojobaöl an. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Jojobaöl die Haltbarkeit der Mazerate wesentlich verlängert. Der Geruch von Olivenöl ist mir persönlich für ein angenehmes Hautpflegeöl zu intensiv, kann aber gerne benutzt werden.
Schritt für Schritt geht’s weiter
- 3–4 Wochen ins Zimmer stellen
- Sehr wichtig ist, dass das Mazerat täglich vorsichtig in kreisender Form hin und her bewegt oder umgerührt wird, damit das Pflanzenmaterial stets mit fettem Öl bedeckt ist. Die Pflanzenteile schwimmen zunächst oben auf und neigen zum Schimmelansatz. Sind sie mit fettem Öl gesättigt, sinken sie nach unten, sind somit luftdicht verschlossen und schimmeln nicht mehr. Außerdem werden sie durch die kreisenden Bewegungen mit dem Öl gemischt und der Wirkstoffauszug gefördert.
- Nach ca. 3–4 Wochen abfiltern über ein Keramikkaffeefilter mit Kaffeefilterpapier (aus dem Bioladen) oder durch ein Leintuch, in dunkle Glasflaschen abfüllen wie z. B. Braun- oder Violettglasflaschen.
- Genaue Beschriftung mit Abfülldatum, Pflanzenmaterial und fetten Ölen z. B. Lavendel in Mandel- und Jojobaöl, Lavendelblüten-und –blätter in 180 ml Mandelöl und 20 ml Jojobaöl.
- Am besten innerhalb eines Jahres verwenden. Vor Gebrauch immer eine Sicht- und Geruchsprobe vornehmen, sollten sich Schlieren gebildet haben oder das Mazerat ranzig riechen, ist es nicht mehr zu gebrauchen und zu entsorgen.
Wie wende ich das Rosmarinölmazerat an?
Es ist ein wie oben hergestellt als hautpflegendes Körperpflegeöl für die tägliche Hautpflege ein Genuss und fördert das Wohlbefinden.
Es kann aber auch bei Muskelverspannungen oder Gelenkschmerzen und als Basisöl für Salben verwendet werden.
Das Rosmarinölmazerat ist eine Bereicherung für zur Selbstpflege. Für die professionelle Anwendung für die aromapraktische Arbeit der Aromapflege, der Aromatherapie und im AromaWellnessbereich sind die angebotenen Mazerate von Firmen zu benutzen.
Tee
In der Volksheilkunde ist bekannt, dass frisches oder getrocknetes Rosmarinkraut als Tee getrunken werden kann. Der schmeckt rosmarinig und wird zwecks der Fitness am Morgen getrunken.




